Vom Supermarkt-Zettel zum Katzenleben: Wie alles begann
Manchmal beginnen große Veränderungen mit einer kleinen Entscheidung.
In meinem Fall war das ein Zettel am schwarzen Brett im Supermarkt: „Kitten zu verschenken.“
Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, Katzen aufzunehmen und hatte gemacht, was viele Katzenanfänger:innen tun:
- ein bisschen im Internet recherchiert
- Bekannte gefragt
- grob überlegt, was Katzen brauchen und ob ich das bieten kann
Und dann entschied ich mich spontan während des Wochenendeinkaufs.
Heute weiß ich: Ich hatte vor allem viel Herz – aber wenig Wissen und stolperte sehr naiv in meine Verantwortung als Katzenhalter:in.
Mein erster großer Irrtum: Wurfgeschwister verstehen sich immer
Ich gebe es ganz ehrlich zu: Im ersten Moment habe ich nur Cleo adoptiert, weil sie so süß und irgendwie traurig in der Ecke saß, während die anderen Kitten wild um mich herum wuselten. Ich hatte Mitleid und wollte dem kleinen Plüschball ein schönes Zuhause geben.
Eine knappe Woche später plagte mich das schlechte Gewissen: ein Katzenbaby ganz allein bei uns in einem noch fremden Zuhause, wo mein Partner und ich zudem arbeiten gingen und auch so natürlich gelegentlich unterwegs waren. Also fragte ich bei der Privatvermittlerin an und holte schließlich Cleos Schwester zu uns. Nach erstem Fauchen waren Cleo und ihre Schwester Polly augenscheinlich ein Herz und eine Seele.
Ich dachte: Super, jetzt haben sie einander und damit Gesellschaft. Außerdem sind es ja Geschwister und man hört überall: Wurfgeschwister verstehen sich immer.
Damals dachte ich: Damit habe ich automatisch alles richtig gemacht.
Heute weiß ich: Verwandtschaft ersetzt keine Charakterkompatibilität – Es ist wie bei uns Menschen, wo Geschwister nicht immer die gleichen Lebenswege gehen und sich manchmal nur begrenzt verstehen.
Harmonie – zumindest auf den ersten Blick
Am Anfang schien alles perfekt. Die beiden schliefen zusammen, sie putzten sich gegenseitig und spielten gut gelaunt quer durch die Wohnung. Für mich sah das nach der idealen Katzenbeziehung aus.
Doch rückblickend erkenne ich etwas anderes: Die beiden hatten schon damals sehr unterschiedliche Charaktere. Cleo war schon immer zart, spielte eher vorsichtig und flitzte fröhlich hin und her. Ihre Schwester wiederum packte pfotig zu, raufte mit allem und jedem und war insgesamt etwas grober im Umgang. Manche Spannungen waren schon da – ich konnte sie nur noch nicht lesen.
Der Moment, der alles veränderte
Als die beiden kastriert wurden, erwartete ich eine Routine-OP mit schneller Genesung. Aufgrund einer Unpässlichkeit wurden die beiden nacheinander kastriert.
Als Cleo nach ihrer Operation nach Hause kam, passierte etwas, womit ich niemals gerechnet hätte. Polly erkannte ihre Schwester plötzlich nicht mehr!
Innerhalb von Sekunden eskalierte die Situation! Aus zwei Katzen, die zusammen aufgewachsen waren, wurden erbitterte Gegnerinnen. Es war laut, heftig und vollkommen unverständlich für mich.
Ich hatte keine Ahnung, dass ich gerade etwas erlebte, das viele Mehrkatzenhaushalte irgendwann trifft: eine umgerichtete Aggression
Damit begann meine Suche nach Antworten
Was ich damals nicht wußte: Diese Situation ist kein Einzelfall. Viele Katzenhalter:innen erleben plötzlich genau das: Katzen, die sich vorher verstanden haben, scheinen sich von einem Moment auf den anderen zu hassen. Die Katzen streiten plötzlich aufs Heftigste miteinander.
Ich wußte nur eins: Ich musste irgendetwas tun – und zwar schnell!
Genau damit begann eine Phase, in der ich so ziemlich jeden Tipp ausprobierte, den ich finden konnte.
👉 Im nächsten Artikel erzähle ich dir, was eine umgerichtete Aggression ist und warum sie in jeder Katzenfamilie vorkommen kann.
Wurfgeschwister verstehen sich immer? – Leider nein!
Dann möchte ich dir meinen Selbstlernkurs „Wer mit wem? So gelingt dein felines Perfect Match“ ans Herz legen. Der Kurs ist aus meinem Wunsch entstanden, dass möglichst niemand mehr so naiv wie ich einfach zwei Katzen aufnimmt und festellen muss, dass sich die beiden eigentlich überhaupt nicht gut verstehen. Der Kurs ist modular aufgebaut, sodass du ihn jederzeit in passenden Häppchen durchgehen kannst. Du erhältst ihn hier: <KLICK>