Christina lebt mit drei Jungkatzen zusammen, die ihrem Namen alle Ehre machen: Ginger, Chili und Pepper haben ordentlich Dampf im Plüschpopo. In einem kurzen Interview schildert Christina ihre Erfahrungen in meiner Beratung.
Wie sah euer Alltag aus, bevor wir zusammengearbeitet haben?
„Die drei klebten aneinander als sie klein waren und anfangs dachte ich noch, dass sich das mit der Kastration legt, nachdem Pepper immer wieder über Chili herfiel. Aber auch nach der Kastration legten sich die Streitigkeiten nicht. Es blieb immer, dass Chili Pepper zu viel wurde. Ich erkannte, dass es Chili ernst war und war verunsichert, ob ich handeln müsste. Nachdem ich Pepper anfangs abends vom Freigang immer wieder rein holte (weil er noch jung war und sonst die ganze Nacht hätte draußen bleiben müssen), er aber nicht bleiben wollte, ging er regelrecht auf Chili los. Damit war ich total überfordert und es belastete mich sehr, dass die Stimmung so angespannt war und ständig kippte.
In meinem Umfeld machten sich aber die typischen Stimmen breit ‚die regeln das unter sich‘ ‚Chili ist zickig‘. Mein Bauchgefühl sagte mir, ich muss etwas tun und ich hätte mir viel früher Hilfe holen sollen. Denn bald war klar: Ich kann die drei nicht einmal alleine in der Wohnung lassen ohne die Möglichkeit des Freigangs. Und das belastete mich sehr. Ich wollte nach dem Versterben meiner Seelenkatze, die als Einzelkatze zu uns kam, mehr als eine Katze, damit sie sich miteinander haben, wenn wir mal wegfahren würden. Und nun hatte ich Katzen, die nicht miteinander klar kamen. Wegfahren ist für mich ohnehin stressig, jetzt wurde es leider noch belastender. Der ganze Alltag wurde belastend. Bei jeder Begegnung hatte ich Angst, es könnte wieder in Streit enden. Ich wusste keine Lösung und war verzweifelt.“
Was hat dich an der Beratung bei Cattalk am meisten überrascht?
„Ich war überrascht, wie vielschichtig Konflikte sein können und dass unser Haus viele Engstellen hatte und damit Konflikte vorprogrammiert waren. Außerdem habe ich so viel über Körpersprache und die Feinheiten gelernt. Ich wusste beispielsweise nicht, dass gegenseitiges Putzen häufig als Rauf-Einleitung gilt, insbesondere bei Katern. Du hast Dinge in den Videos wahrgenommen, die ich nie gesehen hätte.
Und letztendlich hatte ich große Zweifel, ob diese Konstellation zu retten ist, bzw. auf Dauer funktionieren kann und es hat mich überrascht, dass du dir mehr Sorgen um mein Wohlbefinden machtest, als um das der Katzen. Denn deine Einschätzung hat klar gemacht: Ja, sie sind patzig miteinander und impulsiv, aber niemand steckt nur ein. Sie könnten vielleicht ohne einander aber es geht auch schnell wieder miteinander.“
Wir haben gemeinsam viele Videos deiner Katzen analysiert. Was hat dir das konkret gebracht?
Es war unglaublich hilfreich so im Detail hinzusehen und die Analysen von Dir dazu zu hören. Ich konnte dadurch die Körpersprache MEINER Katzen viel genauer sehen und verstehen. Und mir wurde bewusst, an welcher Stelle ich in dem Video etwas hätte anders machen können. Das ist geblieben, für andere Situationen. Das Besprechen hat mir dabei sehr geholfen, die Situation in dem Video richtig einzuschätzen und eine andere Umgangsweise für die nächste Situation zu lernen.
Ein konkretes Beispiel kann ich nicht unbedingt nennen. In Summe hat sich dann ein Bild ergeben.
Hat sich durch die Beratung etwas an deinem Blick auf deine Katzen verändert?
Mein Blick auf Katzen hat sich nochmal völlig gewandelt. Diese Konstellation hat mich quasi gezwungen, mich noch intensiver mit Katzen, ihren Bedürfnissen, Körpersprache und auch dem Clickertraining zu beschäftigen und zu lernen. Ich weiß heute so exorbitant viel mehr, als vor dieser Bande und da war ich schon deutlich über Schnitt informiert.
Außerdem kann ich durch die Beratung meine Katzenpersönlichkeiten besser einschätzen und abwägen, was noch in Ordnung ist, was ich wem zugestehen darf, wo ich im Training noch Mehrwert für meine Katzen schaffen kann.
Diese Bande scheint ein ‚pfotenfester‘ Spezialfall und ich bin oft erschöpft, aber Deine professionelle und ehrliche Einschätzung gibt mir sehr viel Sicherheit. Ich hatte diverse Zweifel an der Konstellation und ob ich sie künftig so erhalten kann, jedoch konntest Du mir Sorgen nehmen, auch wenn diese Truppe impulsiv bleiben wird. Häufig kann ich auch über die Aussetzer der Drei schmunzeln, weil ich sie besser einordnen kann. Es ist längst nicht alles gut, aber ich kann deutlich Situationen entschärfen und moderieren und damit Einfluss nehmen.
Wenn eine Person mit mehreren Katzen gerade überlegt, eine Beratung bei mir zu buchen: Was würdest du ihr sagen??
Ich würde es jedem ans Herz legen, die Beratung von Dir in Anspruch zu nehmen. Wir sind oft so emotional mit der Situation und unseren Tieren verbunden und deine klare Sicht von außen hilft, einen Schritt zurückzutreten und zu reflektieren, was wir anders machen können. Du hast so einen feinfühligen und weitsichtigen Blick auf alle Beteiligten und damit sind nicht nur die Katzen sondern auch wir Menschen gemeint. Du verlangst keine Unmöglichkeiten sondern überlegst gemeinsam, wie die Schritte umsetzbar wären, welche Alternative in Betracht gezogen werden kann und unterstützt mit deiner sehr ehrlichen, authentischen und humorvollen Art. Alle, die wirklich etwas verändern wollen und eine auf die eigene Situation flexibel angepasste Lösung suchen, sind bei Dir richtig. Da dürfen einem Fehler passieren, ohne dass Du maßregelst, da dürfen Dinge vergessen und aufgeschoben werden, ohne verurteilt zu werden, denn Du suchst mit einem praktikable Lösungen ohne aufdringlich zu sein, aber immer ehrlich und mit konstruktivem Feedback.
Ich schätze Deine fachliche Expertise und Deine menschliche und authentische Art sehr.
Gab es einen Moment, in dem du dachtest: „Ach so! Deshalb macht meine Katze bzw. machen meine Katzen das!“?
Ein kleiner Aha-Moment war, dass Putzen häufig eine Rauf-Einleitung sein kann.
Aber ehrlich…. Sind wir beide aus dieser verrückten Bande schon schlau geworden? Manchmal frage ich mich eher ‚oh Mann wieso machen meine Katzen das??‘ und bin dabei mittlerweile eher in der Lage zu sagen ‚aha, das schon wieder, dann lösen wir hier mal auf!‘
Dabei war für mich der entscheidende Aha-Moment, dass du diese Konstellation für tragfähig einstufst, weil jeder jedem eine überbrezelt und man 2 Minuten später wieder relativ entspannt nebeneinander sitzen kann.